Null Pestizide

20. März bis 20. Juni 2018: "Frühling ohne Pestizide"

Besuchen Sie den Informations- und Animationsstand des Bienenzuchtvereins Eupen, des Naturzentrums Haus Ternell und der Stadt Eupen auf dem Mittwochsmarkt in der Unterstadt am 30. Mai und auf dem Freitagsmarkt auf dem Werthplatz am 1. Juni!

Wir informieren Sie rund um die Themen:

  • Unkraut- und Schädlingsbekämpfung ohne Pestizide;
  • das Leben im Bienenstock;
  • Wildbienen;
  • Maßnahmen und Pflanztipps, um bestäubende Insekten und die Natur im Garten zu fördern;
  • u.v.m.

Infostand 2017:

Gärtnern ohne Pestizide: Die Rezepte der Woche

Hier präsentieren wir Ihnen leichte Rezepte mit Hausmitteln, die Ihnen das Gärtnern ohne Pestizide erleichtern:

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Frische Milch statt Fungizide

Echter Mehltau ist ein Pilzbefall, erkennbar am mehlig-weißen Belag auf Blättern etc. Er befällt vor allem Rosen, aber auch so manche Obst- und Gemüsepflanze fällt ihm zum Opfer.

Macht sich in Eurem Garten der Mehltau breit, greift statt zur Giftspritze einfach zur Milchtüte!

  • Einfach einen Teil Milch (am besten Rohmilch frisch vom Bauern, hat noch am meisten der hilfreichen Mikroorganismen; keine H-Milch) mit acht Teilen Wasser mischen und zweimal wöchentlich die befallenen Pflanzen ordentlich einsprühen.
  • Diese Mischung kann auch vorbeugend angewendet werden, denn das Natriumphosphat in der Milch stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen und beugt erneuten Erkrankungen vor.
    Die Milch macht‘s, auch gegen Mehltau!
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Waschnüsse gegen Blattläuse & Co.

Die Schalen der Waschnuss enthalten Saponin, eine seifenähnliche Substanz, mit der sich ein günstiges, geruchsloses und ungiftiges Mittel gegen Blattläuse herstellen lässt:

  • 10 Waschnüsse in 1 l Wasser auskochen.
  • Den abgekühlten Sud mit der Sprühflasche auf die befallenen Blätter sprühen.
  • Ist die Laus hartnäckig, Vorgang wiederholen.
  • Waschnüsse sind erhältlich in Drogeriemärkten, Bio- und Weltläden.
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Knoblauchspray gegen Blattläuse
  • 30 g zerdrückte Knoblauchzehen 12 Stunden lang in 1 L Wasser ziehen lassen.
  • Die Mischung filtern und etwas schwarze Seife zugeben.
  • Mit einem Zerstäuber auf befallene Pflanzen sprühen.

Null Pestizide: ein großes Plus für die Umwelt und unsere Gesundheit

Was sind Pestizide?

Pestizide sind chemische Substanzen, die zur Beseitigung von unerwünschten Kräutern (Herbizide) und Schädlingen (Insektizide gegen Insekten, Molluskizide gegen Schnecken, etc.) sowie zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten durch Pilze (Fungizide) eingesetzt werden.

Warum auf Pestizide verzichten?

Pestizide gefährden unsere Gesundheit: Sie gelangen z.B. in unseren Körper durch Hautkontakt und Einatmen oder über die Nahrungskette, da Pestizide an Gemüse, Obst, Blumen und anderen Lebensmitteln haften bleiben oder von den Pflanzen und Tieren aufgenommen werden. Pflanzenschutzmittel können verschiedenste Krankheiten von kurzfristigen Reizungen bis hin zu Krebs oder verminderter Fruchtbarkeit hervorrufen.

Pestizide gefährden unsere Umwelt: Sie wirken unspezifisch, das heißt, sie richten sich nicht nur gegen die eigentlich zu bekämpfenden Tiere und Pflanzen. Insektizide zum Beispiel vernichten neben Pflanzenschädlingen auch viele nützliche Tiere.

Pestizide sind schwer abbaubar, reichern sich im Boden an und verschmutzen Oberflächen- und Grundwasser. Sie schaden den Mikroorganismen, die für die Bodenfruchtbarkeit unerlässlich sind. Übrigens stellen gerade Substanzen von Unkrautvertilgungsmittel, die vornehmlich außerhalb der Landwirtschaft eingesetzt werden, eine der Hauptverschmutzungen des Grundwassers dar und sind ein erheblicher Kostenfaktor in der Trinkwasseraufbereitung.

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Es geht es auch ohne Pestizide!

Nutzen Sie umweltfreundliche Alternativen der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Tipps und Infos finden Sie zum Beispiel in der INTRADEL-Broschüre im Download oder unter den angegeben Links. Die Stadt Eupen verzichtet übrigens bereits seit 1986 auf den Einsatz von Pestiziden in der Grünflächenpflege und nutzt umweltfreundliche Verfahren (siehe hierzu auch Rubrik „Umweltfreundliche Grünflächenpflege).

Tolerieren Sie mehr „Wildwuchs“. Denken Sie um und sehen Sie „Unkraut“ als Wildkraut, das durchaus von Nutzen und sogar köstliche Zutat in Salaten sein kann. Lassen Sie mehr „Unordnung“ zu und fördern Sie so die Artenvielfalt. Damit werden auch sehr nützliche Insekten, Vögel und Kleinsäuger angezogen, die für Sie gratis und umweltfreundlich die Schädlingsbekämpfung übernehmen können. So stehen die lästigen Schnecken zum Beispiel beim Igel auf der Speisekarte.
Erlauben Sie der Natur mehr Freiräume und gewinnen Sie Freizeiten. Auch kleinste Flächen sind sinnvoll. Also, warum nicht einfach mal sagen: „Let´s get wild!”

Übrigens, der Einsatz von Pestiziden ist verboten auf Bürgersteigen, in Hofeinfahrten und anderen gepflasterten oder teilweise durchlässigen Bereichen, die an das Regenwassersammelnetz oder an Wasserläufe angeschlossen sind. Auf angrenzenden Rasen- oder Kiesstreifen und entlang von angrenzenden Hecken ist ebenfalls die Verwendung von Pestiziden untersagt. Dies gilt für öffentliche wie private Flächen! (mehr Infos dazu finden Sie im Downloadbereich)