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8. Mai 2026

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Ausstellung zur Flut 2021 eröffnet

Mit einer Vernissage wurde am 8. Mai die Ausstellung „Flut – Juli 2021. Eine Katastrophe im Herzen von Europa“ eröffnet.

Bis Sonntag, 10. Mai, lädt die Ausstellung im Haus Küchenberg (Haasstraße 42) dazu ein, Erinnerung, Aufarbeitung und die Frage nach zukünftiger Vorsorge miteinander zu verbinden.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie Betroffene der Flutereignisse waren zur Eröffnung gekommen. Die Ausstellung wurde vom Team Gedenken aus Deutschland konzipiert und in Zusammenarbeit mit der Stadt Eupen gezeigt. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Pascal Arimont.

Gedenken und europäische Verantwortung

Zur Eröffnung sprach zunächst Klaus Jansen vom Team Gedenken. Er erläuterte die zentrale Idee der Ausstellung: Im Mittelpunkt stehe die Erinnerung an die Opfer der Flut sowie an die Menschen hinter den Zahlen. Symbolisch dafür stehe eine Kerze, auf der die Namen aller bekannten Flutopfer aus Belgien, Nordrhein‑Westfalen und Rheinland‑Pfalz verzeichnet sind. Ziel der Ausstellung sei es, nicht anzuklagen, sondern Raum für Mitgefühl, Erinnerung und gemeinsames Lernen zu schaffen. Die Präsentation in Eupen sei bewusst grenzüberschreitend angelegt und ein Zeichen dafür, dass Katastrophen europäisch gedacht werden müssten.

Schirmherr Pascal Arimont, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vizepräsident der Intergroup on Resilience, Disaster Management and Civil Protection, knüpfte daran an. Er betonte, wie prägend die Begegnungen mit Betroffenen im Rahmen der Ausstellung im Europäischen Parlament für ihn gewesen seien. Naturkatastrophen würden künftig häufiger auftreten, weshalb Erinnerung untrennbar mit Vorsorge verbunden sein müsse. Aus den Erfahrungen von 2021 gelte es, konkrete Konsequenzen für den Katastrophenschutz und die europäische Zusammenarbeit zu ziehen.

Erinnerung, Austausch und Dank

Bürgermeister Thomas Lennertz hob in seinem Grußwort hervor, wie präsent die Flut in Eupen bis heute sei und wie wichtig Orte des Erinnerns und des Austauschs blieben. Die Ausstellung leiste einen wichtigen Beitrag dazu, das Geschehene nicht zu vergessen und zugleich den Blick in die Zukunft zu richten. Dabei gehe es nicht nur um einzelne Regionen, sondern um Lehren, die über Ländergrenzen hinweg relevant seien.

Er dankte dem Team Gedenken für das große Engagement sowie der Familie Küchenberg, die das Haus Küchenberg als Ausstellungsort zur Verfügung gestellt und die Organisation aktiv unterstützt habe. Der Ausstellungsort in der Unterstadt sei bewusst gewählt worden.

Als Hausherrin betonte Yvonne Küchenberg, wie wichtig es ihr sei, das Haus für eine Ausstellung mit dieser inhaltlichen Tiefe zu öffnen. Auch wenn das Thema schwer sei, biete die Ausstellung einen eindrucksvollen Zugang zur Erinnerung und zur Auseinandersetzung mit den Folgen der Flut.

Persönliche Stimmen

Besonders eindrücklich waren die persönlichen Beiträge von Maria Mies, die als Jugendliche die Flut im eigenen Elternhaus erlebte und ihre Erfahrungen heute auch künstlerisch verarbeitet. Sie schilderte, wie lange es gedauert habe, einen Weg zurück in den Alltag zu finden, und wie wichtig es für sie sei, dass die Geschichten hinter den Ereignissen sichtbar bleiben.

Frauke Kraatz, Mutter eines Flutopfers, sprach über die Bedeutung des Gedenkens und darüber, wie wichtig es sei, den Opfern Namen und Gesichter zu geben. Sie unterstrich, dass Erinnerungsarbeit nicht nur den Verstorbenen gelte, sondern auch zukünftigen Generationen, damit Warnungen ernst genommen und Katastrophenschutzsysteme weiterentwickelt würden.

Raum für Reflexion und Zukunftsperspektiven

Die Ausstellung vereint fotografische, künstlerische und dokumentarische Beiträge und versteht sich als Ort der Reflexion und des Austauschs. Begleitet wird sie während des gesamten Wochenendes von einem Rahmenprogramm mit Gesprächen, Diskussionsrunden und Fachbeiträgen, die den Blick auf Resilienz, Vorsorge und europäische Zusammenarbeit richten.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien des Eupener Fotografen Michael Bohn, die die Auswirkungen der Flut in Eupen dokumentieren.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 10. Mai 2026, im Haus Küchenberg in Eupen zu sehen.