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Zur Förderung von Integration und Zusammenleben auf dem Gebiet der Stadt Eupen

In Eupen gibt es ca. 100 Nationalitäten, 85% der Bevölkerung sind Belgier, 10% sind EU-Europäer, 5% stammen aus anderen als den EU-Staaten.
Für das Zusammenleben der unterschiedlichen Nationalitäten, Kulturen und Religionen ist es wichtig, Ansprechpartner bei der Stadt zu haben: Sie verfolgen die aktuellen Entwicklungen, pflegen den Dialog mit Ansprechpartnern aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, kennen das Netzwerk der Dienstleister und Projekte und beteiligen sich an der Erarbeitung hilfreicher Maßnahmen.
 
Von 2009 bis 2014 unterhielt die Stadt Eupen hierzu mit europäischer Unterstützung einen Dienst für Erstempfang für Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge: Frau Nadège Hilgers-Kouleikina ist in der Stadtverwaltung zur Ansprechpartnerin für Einheimische und Zugezogene in Sachen Integration und Zusammenleben geworden.
2015, seit dem Ende des europäischen Projekts, wird ihre Arbeit durch die Stadt und das ÖSHZ Eupen finanziert und beinhaltet folgende Aufgaben:
 

  • Logistische Unterstützung von Ehrenamtlichen, die im interkulturellen Bereich tätig sind (z.B. im Patenschaftsprojekt und im interkulturellen Konfliktmanagement,...), administrative und inhaltliche Begleitung der „Sommersprachwochen“ für Primarschulkinder,...
  • Interkulturelle Mediation in der Stadtverwaltung.
  • Begleitung beim Aufbau einer kommunalen interkulturellen Dialoggruppe mit Vertretern der verschiedenen Volks-, Kultur- und Religionsgemeinschaften.
  • Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit für das Zusammenleben der Kulturen.
  • Aktualisierung von Info-Materialien auf der Webseite der Stadt Eupen.
  • Sprechstunden für Sprachkursberatung und -begleitung von Kunden des ÖSHZ.
  • Mitarbeit am kommunalen Konzept für die Förderung von Integration und Zusammenleben 2016-18.

Seit 2006 unterstützt die Stadt Eupen Projekte, die das Zusammenleben von einheimischen und zugezogenen Bürgern und Bürgerinnen auf dem Stadtgebiet fördern:

  • Auf Ebene des Stadtrates befasst sich die „Kommission für das Zusammenleben der Kulturen“ mit den aktuellen Entwicklungen, Empfehlungen und Projekten in diesem Bereich. Den Vorsitz hat die Sozialschöffin, Claudia Niessen, und die Kommission wird inhaltlich durch den Beauftragten, Achim Nahl, begleitet.
  • Von 2009 bis Ende 2014 beteiligte sich die Stadt an einem Projekt, das durch den europäischen Flüchtlingsfonds und die Deutschsprachige Gemeinschaft unterstützt wurde. Gemeinsam mit dem Dienst „Infoasyl“ des Roten Kreuzes und dem Sozial-Psychologischen Zentrum wurde ein Netzwerk aufgebaut, das die Integration von Migranten und das Zusammenleben der Kulturen fördert: durch Information und Beratung für Migranten, durch Weiterbildung für Fachkräfte, durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen Diensten, durch die Unterstützung von ehrenamtlichen Initiativen wie dem Patenschaftsprojekt, durch Sensibilisierung der Öffentlichkeit... 


Im Rahmen dieses gemeinsamen Projekts unterhielt Stadt Eupen einen „Dienst für Erstempfang für Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge“ im Rathaus. Die mehrsprachige Mitarbeiterin Nadège Hilgers-Kouleikina übernahm vielfältige Aufgaben, z.B.

  • Information, Beratung und Vermittlung für Migranten betreffend bestehende Angebote (z.B. Sprachkurse, Arbeitsvermittlung und Diplomanerkennung, Schulen und Weiterbildung, Patenschaften...) und die Pflichten der Bevölkerung (z.B. Schneeräumen, Müllverordnung,...). Hierzu erstellte sie Infomappen und arbeitete an dem Film „Willkommen in Eupen“ mit – beides ist in mehreren Sprachen weiterhin auf der Website der Stadt zugänglich.
  • Übersetzung und Interkulturelle Mediation in der Stadtverwaltung zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Kunden und Personal.
  • Vermittlung von Kunden an das Patenschaftsprojekt.
  • Sensibilisierung der einheimischen Bevölkerung durch die Erstellung der Broschüre „Migration in Eupen/Belgien: Fakten und Zahlen“ und Teilnahme an öffentlichen Informationsveranstaltungen.
  • Organisation von Weiterbildungen und Begleitung einer Gruppe von Ehrenamtlichen, die eine Ausbildung in interkulturellem Konfliktmanagement absolvierten.
  • Kontaktpflege mit Gruppen und Organisationen zur Einrichtung eines interkulturellen Dialogs. 

Vertreter der Stadt (N. Hilgers-Kouleikina und A. Nahl) haben an der Erstellung des Dokuments „Migration und Integration in der Deutschsprachigen Gemeinschaft - Vorschlag für ein Konzept“ mitgearbeitet, das eine Arbeitsgruppe des RESI (Rat für Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität und Integration) im März 2014 vorstellte. Das Dokument wurde seitens der Regierung der DG in das Regionale Entwicklungskonzept II aufgenommen, und verschiedene Empfehlungen des Dokuments werden derzeit bearbeitet.
 
Im Dezember 2014 endete das europäische Projekt und damit die europäische Finanzierung des Dienstes für Erstempfang. Einige Aufgaben des städtischen Dienstes für Erstempfang werden ab 2015 durch den Dienst „Info Integration“ des Roten Kreuzes übernommen, das Netzwerk der Dienste funktioniert weiterhin.
Für die Arbeit auf Gemeindeebene haben die Stadt und das ÖSHZ Eupen für 2015 eine Übergangslösung gefunden: An die Stelle des „Dienstes für Erstempfang“ ist jetzt die „Koordinationsstelle für Integration und Zusammenleben“ getreten, in der Frau Hilgers-Kouleikina ihre Arbeit zur Förderung von Integration und Zusammenleben fortsetzt. Bei der Festlegung ihrer Aufgaben orientierte sich die Stadt an den Empfehlungen von Organisationen, die in der Förderung von Integration und Zusammenleben tätig sind. Anhand eines Rundtischgesprächs im Dezember 2014 entstand das Konzept für die städtische Koordinationsstelle und ihre Aufgaben:
 

  • Koordination, logistische Unterstützung und Begleitung von ehrenamtlichen Initiativen, die im interkulturellen Bereich tätig sind. Z.B. Patenschaftsprojekt, Projekt „Interkulturelles Konfliktmanagement“, Projekt „Sommersprachwochen für Primarschulkinder“ des Zentrums für Förderpädagogik und der Hausaufgabenschule Ephata ,...
  •  Fortsetzung der interkulturellen Übersetzung und Mediation in der Stadtverwaltung.
  • Aktualisierung der Info-Mappen, Info-Blätter und Broschüren auf der Webseite der Stadt Eupen.
  • Beteiligung an Sensibilisierungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Integration und Zusammenleben.
  • Systematische Beratung und Begleitung der Sprachkursteilnehmer, die durch das ÖSHZ begleitet werden. Im Rahmen von Sprechstunden im ÖSHZ erfüllt die Koordinatorin folgende Aufgaben: Suche nach einem passenden Sprachkurs, Registrierung der Kursanwesenheiten und –abschlüsse, Bilanzgespräche mit den Kursteilnehmern und weitere Orientierung.
  • Aufbau einer „Interkulturellen Dialoggruppe“ in Eupen: Austausch zwischen Vertretern von Gruppen und Organisationen verschiedener Kulturen und Mitgliedern der städtischen Kommission im Hinblick auf die Förderung von Begegnung und Zusammenleben.
  • Vertreterin der Stadt Eupen in der Arbeitsgruppe, die im Auftrag der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen Integrationsparcours entwickelt.    

Die Teilnehmer des Rundtischgesprächs von Dezember 2014 waren sich darin einig, dass die Förderung von Integration auf Ebene der Stadtverwaltung „einen Namen und ein Gesicht brauchen“. Dies ist seit 2009 der Fall, und seit dem Ende des europäischen Projekts braucht es erneut eine langfristig Absicherung: Die städtischen Akteure verfolgen aufmerksam die Entwicklung von Projektaufrufen und sind darauf vorbereitet, sich mit ihrem Konzept „Koordinationsstelle für Integration und Zusammenleben“ bei Aufrufen zu bewerben.
 
 
Die Kontaktdaten:
Nadège Hilgers-Kouleikina, Koordinatorin                 Achim Nahl, Beauftragter
nadege.kouleikina@eupen.be                                     achim.nahl@skynet.be
087/59 58 58   
087/59 58 11                                                               087-55 41 43