W wie Wildbienen

Wir alle kennen Biene Maya, die Honigbiene (Apis mellifera), doch was ist mit ihren über 500 wilden Schwestern, den Wildbienen?

Im Gegensatz zu den Honigbienen leben die meisten Wildbienen solitär und bilden keinen Staat. Einzig die Hummeln, welche ebenfalls zu den Wildbienen zählen, und einige Arten der Furchenbiene sind staatenbildend und besitzen eine Königin. Aus diesem Grund können sie sich nachts auch nicht in die Sicherheit und Geborgenheit eines Bienenstocks zurückziehen, sondern klammern sich an Grashalmen fest, verstecken sich in Hohlräumen oder in Schutz bietenden Blüten wie der Glockenblume.

Wildbienen leben in der Regel nur einige Wochen bis Monate und verbringen den größten Teil dieser Zeit mit der Fortpflanzung und dem Nestbau. Die Weibchen legen die Nester im Alleingang an und versorgen die Nachkommen mit allem, was die nächste Generation braucht.

Bei der Wahl des Neststandortes bevorzugen Wildbienen in der Regel Brutröhren. Je nach Art wählen sie Löcher in Totholz, hohle Pflanzenstängel oder graben ein Loch in den Boden. Zu den im Boden nistenden Wildbienen zählen ca. 70% aller Wildbienenarten. Ein Insektenhotel hilft also nur ca. 30% aller Wildbienenarten.

Die meisten Wildbienenarten in Europa bilden nur eine Generation pro Jahr aus und überdauern den Winter und den Großteil des Folgejahres als Puppe in ihrer Brutröhre. Aufgrund der relativ kurzen Zeit als ausgewachsene Wildbiene, sammeln Wildbienen im Vergleich zur Honigbiene auch bei schlechteren Wetterbedingungen sowie zu früherer und späterer Tageszeit. Die Bestäubungsleistung einer einzelnen Wildbiene ist der einer Honigbiene daher deutlich überlegen.

Wieso sind die Wildbienen bedroht?

Während Honigbienen bei der Wahl von Nektar und Pollen nicht sonderlich wählerisch sind, haben sich die Hälfte aller Wildbienen meist auf einige Pflanzenfamilien oder -arten spezialisiert, welche für die eigene Verbreitung wiederum von den Wildbienen abhängig sind.
Dies hat zur Folge, dass wenn die Nahrungspflanze verschwindet, auch die Wildbiene verschwindet! Insbesondere die moderne, industrielle Landwirtschaft, die Flächenversiegelung, das Anlegen von Stein- und Kiesgärten und der Einsatz von Pestiziden sind dafür verantwortlich, dass nicht nur die Pflanzenvielfalt, sondern auch die Artenvielfalt allgemein verloren geht. Viele Wildblumenarten sind heute selten geworden und folglich zählen auch zahlreiche Wildbienenarten zu den gefährdeten Arten oder sind lokal bereits ausgestorben.

Um diesen Trend umzukehren braucht unserer Landschaft wieder Vielfalt!

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Info

Dafür kann jeder einzelne Garten und/oder Balkonbesitzer sorgen, in dem er folgende Tipps berücksichtigt:

  • Für vegetationsfreie Böden / Hänge und ungestörte Ecken sorgen
  • Eine Vielzahl blühender Pflanzen unterschiedlicher Pflanzenfamilien anpflanzen
  • Nistmöglichkeiten in Form eines Bienenhotels anbieten
  • Für ein ganzjähriges Angebot an Blühpflanzen sorgen
  • Auf den Einsatz von Pestiziden verzichten
  • Auf Versiegelung, den Einsatz von Unkrautfolien und das Anlegen von Schotter- und Steinwüsten verzichten

Tipps für Wildbienenmagneten:

  • Raublattgewächse/ Boraginaceae: Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
  • Glockenblumen/ Campanula
  • Rosengewächse/ Rosacea: Brombeeren, Himbeeren, ungefüllte Rosen
  • Hahnenfußgewächse/ Ranunculaceae: Akeleien, Klatschmohn
  • Lippenblütler/ Lamiaceae: Woll-Ziest (Stachys byzantina), Salbei (Salvia), Lavendel und Katzenminze
  • Schmetterlingsblütler/ Fabaceae: Lupinen (Lupinus)
  • Korbblütler/ Asteraceae: Herbstastern, Sonnenblumen, Schafgarbe

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