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Nachtwächterführung durch Eupen

Nachtwächterführung durch Eupen
Nachtwächterführung am Freitag 27.10 + Freitag 17.11

Mit Hellebarde und Lampe durch Eupens Gassen

Im flackernden Licht der rußigen Laterne werden alte Legenden lebendig. Sobald es dunkel wird, schlägt die Stunde von Nachtwächterin Renate Wünsche. Ausgerüstet mit Laterne, Horn, Schlüsselbund und Hellebarde weiß sie in typischer Gewandung am 27.10 + 17.11 wieder allerlei Interessantes und auch Pikantes über Brauchtum und Alltagsleben vergangener Zeiten zu berichten.
 „Die Nachtwächter hatten es damals nicht leicht. Es gab noch keine Straßenlaternen. Sie stolperten durch die dunklen Straßen. Mittlerweile ist es recht schwierig, düstere Stellen in Eupen zu finden“, so Renate Wünsche. Daher sei diese Führung auch keine gewöhnliche Führung. Schon die Route weicht von der Norm ab und führt durch den Park Klinkeshöfchen und so manchen Hinterhof. Auch ein Zwischenstopp zur Stärkung mit einem „Eupener Klostertröpfchen“ ist eingeplant. Denn: „Auch die Nachtwächter freuten sich, wenn sie irgendwo einkehren konnten. Es war kalt und dunkel und die Müdigkeit war ihr größter Feind während der Arbeit.“ Zur Aufgabe des Nachtwächters gehörte es, die Stunden mit dem Horn anzusagen, dafür zu sorgen, dass die Türen der Häuser verschlossen wurden und vor Feuer und Gefahr zu warnen.

„Es gab damals kein elektrisches Licht, sondern nur Holzfeuer, die abends mit ein wenig Asche abgedeckt wurden. Da konnte schnell ein Feuer entflammen. Die Häuser waren aus Fachwerk und leicht entzündbar. Ein Feuer wäre eine Katastrophe. Davor sollte der Nachtwächter warnen“, so Wünsche, die erklärte, dass der Nachtwächter genau wie die Henker oder Totengräber zu den „ehrlosen Berufen“ gehörte. Renate Wünsche hat sich diese und ähnliche Informationen über den Berufsstand und das damalige Aussehen Eupens in mühseliger Arbeit zusammengeklaubt. Im Staatsarchiv wurde sie beispielsweise fündig. Dort sind noch alte Rechnungen vorhanden, die belegen, dass die Eupener Nachtwächter jährlich ein Paar neue Stiefel erhielten. Sie fand auch Auskunft darüber, was einer der Nachtwächtermäntel kostete. Der Überwurf von Renate Wünsche ist übrigens ein Original, das eine Eupener Familie dem Tourist Info zur Verfügung gestellt hat. Der Mantel musste allerdings um einiges gekürzt werden.

Heute ist Renate Wünsche die letzte Eupener Nachtwächterin. Noch 1770 gab es sechs Männer, die diesen Beruf ausübten. Aber mit dem Aufkommen der Gaslaternen verschwand der Beruf aus dem Eupener Stadtbild. (nawi)

Treffpunkt ist um 19 Uhr im Tourist Info Eupen. Die Nachtführung ist auf 25 Personen beschränkt und dauert zwei Stunden.

Anmeldung unter Tel. 087/55 34 50,
info@eupen-info.be, Preis : 3,00 € pro Person, Kinder bis 12 Jahre gratis.